KEUKENHOF UND SEINE GESCHICHTE
Keukenhof geht auf das 15. Jahrhundert zurück, als die „Gräfin Jacqueline van Beieren“ (auch bekannt als Jacqueline von Bayern, die von 1401 bis 1436 lebte) das Land zum Anbau von Kräutern, Obst und Gemüse für die Küche des nahegelegenen Schlosses Teylingen nutzte. Daher wurde das Gebiet „Keukenduin“ genannt, woraus sich der Name „Keukenhof“ ableitet, der übersetzt „Küchengarten“ bedeutet.
In den späten 1630er-Jahren wurde das Anwesen offenbar von einem der Gouverneure der Niederländischen Ostindien-Kompanie erworben, der 1641 den Bau von Schloss Keukenhof (Kasteel Keukenhof) in Auftrag gab. Im Laufe der Jahre wuchs das Schlossgut allmählich auf über 200 Hektar bzw. knapp 500 Acres an.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Landschaftsarchitekten Jan David Zocher und sein Sohn Louis Paul Zocher von den Eigentümern beauftragt, die Schlossgärten umzugestalten und neu zu entwerfen. Sie schufen einen beeindruckenden Garten im englischen Landschaftsstil, der bis heute die Grundlage des Keukenhofs bildet.

Im Jahr 1949 beschloss eine Gruppe der besten Blumenproduzenten und -exporteure Hollands, die Schlossanlage zu nutzen, um die Schönheit ihrer Blumen zu präsentieren. Dies sollte ihr „lebender Katalog“ sein, um die Produkte, die sie anboten und verkauften, zu zeigen – und so begann der Keukenhof-Blumenfestival als Frühlingspark!
Die Gruppe entschied außerdem, ihre erste Blumenausstellung der Öffentlichkeit zu öffnen und nicht nur ihren Geschäftskontakten, da sie wollten, dass jeder die Schönheit des gestalteten Parks und der Blumenpräsentation genießen konnte. Die erste Keukenhof-Ausstellung eröffnete 1950 und war von Anfang an ein großer Erfolg; im ersten Jahr zog sie über 200.000 Besucher an!
Die jährliche Keukenhof-Gartenschau ist seitdem kontinuierlich gewachsen und heißt heute über 1.000.000 Besucher pro Jahr willkommen, die aus der ganzen Welt kommen, um den Garten zu genießen!
Das Keukenhof-Anwesen gehört heute der „Stichting Graaf Carel van Lynden“ und wird von der Graaf Carel van Lynden Stiftung verwaltet.
Blumenfestival im Keukenhof-Garten

Die Keukenhof-Gärten, auch bekannt als der „Garten Europas“, sind heute ein weltberühmtes jährliches Blumenfestival.
Jedes Jahr arbeiten die Gärtner des Keukenhofs eng mit rund 100 Blumenfirmen zusammen, um atemberaubende Blumenarrangements mit Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und vielen weiteren Blumen zu schaffen. Insgesamt werden dabei etwa 7.000.000 Blumenzwiebeln gepflanzt.
Die Blumen werden auf verschiedenste Weise präsentiert – in blühenden Feldern, kunstvollen Arrangements, Garten-Skulpturen und prachtvollen Blumepavillons.

Die Gärtner beginnen bereits im Oktober des Vorjahres mit dem Pflanzen der Blumenzwiebeln, damit diese im März, wenn der Keukenhof seine Tore öffnet, perfekt blühen. Die Zwiebeln werden nicht nur nach Farbe, sondern auch nach Form, Größe und Höhe gepflanzt, um die beeindruckenden Arrangements zu gestalten. Außerdem werden sie in unterschiedlichen Stadien gesetzt, damit während der acht Wochen, in denen der Keukenhof geöffnet ist, eine kontinuierliche Blüte gewährleistet ist.
Der Keukenhof befindet sich in Lisse, etwa 35 Minuten von Amsterdam entfernt. Lisse liegt in der sogenannten „Bollenstreek“, was ungefähr mit „Blumenzwiebel-Gürtel“ übersetzt werden kann. Die Region ist berühmt für den Anbau von Blumen und gilt als das Zentrum der Blumenzwiebelproduktion.
Obwohl der Keukenhof die Hauptattraktion ist, gibt es in den umliegenden Dörfern ebenfalls wunderschöne Blumenfelder zu entdecken. Im Frühling erwacht die gesamte Bollenstreek zum Leben: endlose Felder voller blühender Blumen verwandeln die Landschaft in ein farbenprächtiges Meer.
Die prachtvollen Blumenarrangements ziehen Besucher aus aller Welt an, die diese holländische Gartenbaukunst in der kurzen Saison erleben möchten. Auch die umliegenden Dörfer beteiligen sich jedes Jahr an der berühmten Blumenparade.












